©

Ein Blick hinter die Kulissen:

Am Donnerstag, dem 8. Oktober 2026, durften wir im Wohnfühltreff in der Oppermannstraße einen Gast mit großem Namen begrüßen, der ein Stück DDR Kabarett- und Fernsehgeschichte im Gepäck hatte: die Erinnerungen an seinen Vater. Alexander G. Schäfer las aus seinem Erinnerungsband über seinen Vater Gerd E. Schäfer und gewährte uns einen seltenen Blick hinter die Kulissen: in das private Leben ebenso wie in das künstlerische Schaffen eines Mannes, den viele bisher nur von der Bühne und dem Bildschirm kannten. Bei Knabbereien und Getränken machten es sich unsere Gäste gemütlich, und schnell entstand eine herzliche, fast familiäre Atmosphäre.

Ein Name, der Erinnerungen weckt

Für viele unserer Gäste war Gerd E. Schäfer weit mehr als ein Schauspieler. Er war ein vertrautes Gesicht, das über Jahrzehnte in den Wohnzimmern zu Hause war: als Hofgelehrter Weisenstein in „Die goldene Gans“, als unverwüstlicher Rentner Maxe Baumann in der beliebten Schwank-Reihe und an der Seite von Uta Schorn im „Wunschbriefkasten“. Schon beim ersten Nennen dieser Titel ging ein wissendes Lächeln durch den Raum, und so mancher schwelgte in Erinnerungen an Fernsehabende mit der ganzen Familie.

Der Vater hinter der Rolle

Zu Gerd E. Schäfers 100. Geburtstag hat sein Sohn 50 Anekdoten aufgeschrieben, die den Künstler und den Privatmann gleichermaßen zeigen. An diesem Nachmittag erweckte Alexander G. Schäfer sie zum Leben: mal heiter, mal nachdenklich und berührend, und stets mit großer Wärme und Ehrlichkeit. Es war ein ausgesprochen unterhaltsamer Nachmittag, an dem immer wieder herzhaft gelacht wurde. Dabei erzählte er so anschaulich und lebendig, dass man sich die geschilderten Szenen bildhaft vorstellen konnte, als wäre man selbst dabei gewesen. So entstand das Bild eines Mannes, der auf der Bühne Millionen erfreute und zu Hause ein ganz eigener Vater war: mitunter streng, aber stets zugewandt. Ein Mensch, der in seinem Leben viel erlebt hatte und die schweren Kriegsjahre in junge Jahren mit Mut und Einfallsreichtum überstand.

Ganz nah am Publikum

Dass Alexander G. Schäfer selbst ein vielseitiger Künstler ist, war in jedem Moment zu spüren: Als Schauspieler, Regisseur, Autor und Moderator kennt er die Bühne von allen Seiten. Mit seinem Gespür für Timing, Witz und leise Zwischentöne verband er Lesung und Erzählung zu einem kurzweiligen und zugleich sehr persönlichen Nachmittag. Besonders schön war, wie nahbar er sich zeigte: Er ging offen auf das Publikum zu und nahm sich Zeit für Fragen, Gespräche und das eine oder andere Erinnerungsfoto.

Herzlichen Dank

Wir danken Alexander G. Schäfer herzlich für seinen Besuch, seine Offenheit und dafür, dass er seine Familiengeschichte so großzügig mit uns geteilt hat. Ein ebenso großes Dankeschön geht an alle Gäste sowie an unsere Kooperationspartnerin Ines Bartel von der Mark-Twain-Bibliothek Marzahn. Es war ein Nachmittag, der gezeigt hat, wie sehr gemeinsame Erinnerungen verbinden können.